AW: Was haltet Ihr von Patentmarketing - euer Produkt vermarkten lassen???
Hallo mitchel,
eins vorab, um beurteilen zu können, ob etwas Abzocke ist oder nicht, muss man natürlich erst einmal die Leistungen, Vereinbarungen und Beteiligungen bzw. Kosten und den Nutzen kennen.
Kleines Vorab-Intro...
Wenn z.B. von sich einer behauptet er könnte alles erfolgreich vermarkten, dann würde ich den mal als Träumer bezeichnen, auch wenn er selbst davon vielleicht tatsächlich überzeugt ist. Dieses unabhängig davon, ob es sich um eine Einzelperson oder ein Unternehmen handelt. Ich selbst hatte viele Jahre Patentverwertung angeboten, aber das kann NIEMAND wirklich leisten. Jedoch kann man sehr wohl Services und Leistungen anbieten, um die Patentverwertung qualitativ zu betreiben, bzw. gezielt zu begünstigen, aber den Erfolg kann man nicht versprechen. Daher biete ich auch nur noch Patentverwertungshilfen an. Man ist ein Träumer, wenn man glaubt pauschal vorher zu wissen, was der Endkunde will und annimmt, oder auch nicht. Es ist immer zur Klärung jeder einzelnen Vermarktungsstufe viel Arbeit, Zeit und auch Geld notwendig, zumindest wenn man Erfolg und Qualität bei der Umsetzung erwartet. Aber zum Schluss, kann dennoch "immer" ein Produkt ein Flop sein, weil es z.B. der Kunde nicht kauft.
Nun zu den Unternehmen: Wenn Du Schutzrechte hast und diese vermarkten lassen kannst, und zwar so, dass für Dich das Verhältnis zwischen Risiko, Investition also Geben & Bekommen passt, dann solltest Du das probieren. Am schönsten ist es natürlich, wenn Dir etwas erfolgsabhängig angeboten wird. Bedeutet, Du tust nichts weiter als auf die erfolgreiche Vermarktung des Unternehmens zu warten und im Anschluss wird das Unternehmen an den Erlösen beteiligt. Wenn sich dort nichts tut, wäre das ja ohne Verpflichtung und Vorkosten für Dich, also weiter kein Drama.
Wenn das Unternehmen etwas im Vorfeld für die Leistung möchte, kann ich das aus Beratersicht voll und ganz verstehen. Ich würde auch nicht umsonst arbeiten wollen, wie wohl jeder vernünftige Mensch. Das Problem ist, dass seriöse Unternehmen nur Leistung gegen Bezahlung anbieten können, aber Sie können Dir keinen Erfolg versprechen. OK, versprechen können Dir manche Unternehmen natürlich alles, aber halten werden Sie es nicht können. Der Weg von der Idee zum erfolgreichen Produkt ist für Einzelerfinder in der Regel das Schwierigste überhaupt. Ich muss es leider immer wieder den Lesern unter die Nase reiben, aber eine gute Idee ist erst einmal nichts. Und es hat Niemand auf tolle Erfindungen gewartet, leider. Die Patentämter der Nationen sind gefüllt mit Millionen und vielleicht Milliarden an Innovationen, aber umgesetzt wird davon weniger wie 1%. Seltsamerweise läuft es in Deutschland Dank bestimmter Prägungen schon immer so, dass erst mal patentiert wird, wo man dann gerne auch noch Geld in die Hand nimmt, aber für die 99% der anderen Dinge die zu klären und für den Erfolg Grundvoraussetzung sind, möchten die meisten Erfinder keinen Cent ausgeben. Wichtiger und richtiger wäre, weniger Schutzrechte unüberlegt anzumelden, sondern gesamtheitlich im Vorfeld das Thema im Rahmen der Möglichkeiten und Notwendigkeiten zur Umsetzung zu klären. Aber das wird nicht gefördert und suggeriert, sondern man nutzt gezielt die Naivität des Einzelerfinders, obwohl man weiß, dass er nur mit einem Schutzrecht eigentlich nichts gewonnen hat. Die Patentämter sind voll mit solchen dokumentierten Fehlschlägen.
So, nun habe ich genug ausgeholt, sorry
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Resümee: Betrachte im Detail Kosten und vertragliche Verbindlichkeiten, wenn das Verhältnis stimmt und Dir weiter kein Strick daraus gedreht werden kann, versuche es einfach mal und schreibe hier bitte mal Deine Erfahrungen nieder.
Beste Erfindergrüße,
Thomas Moos
Es ist nicht Dummheit Fehler zu begehen, sondern aus begangenen nichts gelernt zu haben. (C) Copyright by Thomas Moos
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