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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : will keine fehler begehen...



soafa
06.09.2004, 18:54
hallo zusammen und vorallem auch an den "macher" dieses forums!

da ich in der "erfinderriege" ein neuling bin, weis ich leider weder ob dieses thema hier richtig ist, noch ob ich alles richtig formuliere. dennoch finde ich es wirklich spitze, dass es so ein forum gibt (das ohne zweifel einen haufen arbeit macht für den, der es unterhält! DANKE:-) und ich hoffe, ich werde nicht gleich wegen irgendwelcher "neulingsfehler" gelüncht.

so, nun aber zum thema:
nachdem ich die berühmte idee hatte, machte ich mich postwendend daran ein entsprechendes script mit zeichnungen auszuarbeiten und habe mich natürlich ausführlich im internet informiert, obs das schon gibt. nachdem ich die erfinderberatung im DPMA besucht hatte, habe ich den berater gleich zu meinem patentanwalt erklärt :-)

dieser hat aus meinem script eine entsprechende patentanmeldung ausgearbeitet für die einreichung UND prüfung. diese wurde mit dem 18.01.2004 bestätigt. nun habe ich am 28.08.2004 eine vorläufigen bescheid des DPMA bekommen.

sie haben eine gebrauchsmuster gefunden, dass meiner erfindung sehr nahe kommt. haben aber weiter festgestellt, dass dies NICHT in vergleichbarem maße (nach stand der technik) mit meiner idee zusammen steht - so wörtl.: "[...] völlig anders, auch zweckbestimmung als bei der angemeldeten lösung.
der patentanspruch 1 beruht daher auf einer erfinderischen tätigkeit und erscheint daher nach gegenwärtigem stand der technik grundsätzlich gewährbar. da die ansprüche 2 bis 21 auf vorteilhafte weiterbildungen des anspruches 1 gerichtet sind, sind auch diese ansprüche grundsätzlich gewährbar."

das bedeutet für mich, dass ich das patent ziemlich sicher eingetragen bekommen. nun zu meinen fragen:
a.) wie stelle ich die vermarktung am besten an - schreibe ich wirklich einfach an entsprechende unternehmen und wie kann ich sicher stellen, dass mein hand-out (als präsentationsmappe mit genauer beschreibung) auch bei den "entscheidern" auf dem tisch landet und nicht bei einer sekretärin versumpft?
b.) ich habe große bedenken, mit der falschen person über meine idee/erfindung zu sprechen. sie ist zwar rechtlich bereits gesichert durch die bestätigte einreichung beim DPMA, aber man will ja trotzdem keine fehler machen.

so, nun hoffe ich, dass sich niemand durch meinen text "erschlagen" fühlt und seid mir bitte nicht böse, dass ich nicht rein geschrieben habe was es wirklich ist. aber vorsicht ist die mutter der porzellankiste!

vielen dank und ich hoffe auf rückmeldungen,

schönen abend
soafa

PS: unseriöse angebote oder "vermarktungsheinis" können sich ihre antwort sparen... andere erfinder und wirkliche interessenten wirklich gerne :-)

Thomas Moos
07.09.2004, 15:40
Hallo Soafa(? m/w, Firma),


anbei meine Meinung zum Thema bzw. den Fragen ;)

> a.) wie stelle ich die vermarktung am besten an - schreibe ich
> wirklich einfach an entsprechende unternehmen und wie kann ich
> sicher stellen, dass mein hand-out (als präsentationsmappe mit
> genauer beschreibung) auch bei den "entscheidern" auf dem tisch
> landet und nicht bei einer sekretärin versumpft?

1. Die beste Variante wäre wohl durch einen Anruf den Entscheider für dieses Thema in Erfahrung zu bringen. Ihn dann anzurufen und einen persönlichen Termin vereinbaren.

2. Schreibe ich primär die Geschäftsleitung an. Wenn die selbst keine Entscheidung treffen will oder kann, landet die Sache dann in der Regel beim richtigen Ansprechpartner auf dem Tisch. Darüber hinaus kommt dann die Info quasi von oben und erhält dadurch die notwendige Aufmerksamkeit.

3. Wenn Du deine Post namentlich an einen Geschäftsführer sendest, wäre das fatal für die Sekretärin, wenn sie diesen Brief nicht bearbeiten würde. Deshalb gehe davon aus, dass deine Mappe an den richtigen Ort kommt, so oder so :D

> präsentationsmappe mit genauer beschreibung

Ich würde primär nie mehr zusenden und über deine Erfindung veröffentlichen als notwendig. Es sollte genug sein, damit man erkennt um was es geht und für was es gut ist. Dann sollte es noch Interesse beim Betrachter wecken, mehr aber nicht. Zumindest solltest Du am Anfang nicht alle Fakten auf den Tisch legen, dass kannst Du später noch machen.

Warum ?

Zu viel Information ist in der Regel einfach unvorteilhaft. Das ist wie Produktwerbung, kurz gehalten alles Wichtige erwähnt, aber nicht bis ins Detail gehen, um zu erklären dass der eingebaute Transistor nun auch in grün erhältlich ist. Wenn Du Interesse geweckt hast, dann kannst Du noch immer ins Detail gehen vorher nicht, außer es ist unabkömmlich, weil es sich um eine hochkomplexe Technologie etc. handelt.

Darüber hinaus kann es Dir noch passieren, dass wenn Du dich an eine Firma wendest, die erst einmal für alle Erfindungen den folgenden Weg bereithält:

1. Überprüfung: Passt zu uns oder nicht ?

2. Wenn passt dann "3.", wenn nicht dann Absage.

3. Kaufen oder selber machen ? > "4."

4. Können wir die Schutzrechte umgehen, wenn "ja"
wie ?

5. Können wir die Schutzrechte nicht umgehen... wie
kommen wir dann billig ran.

So ungefähr musst Du dir den Ablauf bei vielen Unternehmen vorstellen.

Das bedeutet um zu ermitteln ob 4. relevant ist, benötigt das Unternehmen erst einmal die Patentunterlagen.

Wenn das Unternehmen keine Rechtsabteilung besitzt, und ein Rechercheauftrag dafür dem Unternehmen zu teuer ist, hast Du vielleicht noch Glück gehabt und es könnte noch etwas werden. Ansonsten prüft die Rechtsabteilung wie sie dein Schutzrecht umgehen können, und parallel wie groß der Schutzrechtumfang ist. Wenn Du dann auch noch im Vorfeld alles dort vorgelegt hast, ist das natürlich eine nette Geste von Dir, die dann aber durchaus in die andere Richtung losgehen kann.

Natürlich gibt es auch andere Firmen, aber wir wollen uns ja hier primär mit der Realität auseinandersetzen und die möglichen Gefahren erkennen und umgehen. Es kann natürlich wie immer im Leben trotzdem dumm laufen, so wie es beispielsweise dem Deutschen Walkman-Erfinder ging. Der musste 20 JAHRE lang Klagen gegen Sony, bis ihn Sony dann vor Kurzem außergerichtlich einige Millionen zusteckte. Aber überlege Dir einmal, sage und schreibe 20 Jahre lang eine Rechtsstreitigkeit auszutragen, wer kann sich das leisten ?

:teach: Recht bekommt in der Regel der, der es sich leisten kann.

> b.) ich habe große bedenken, mit der falschen person über
> meine idee/erfindung zu sprechen. sie ist zwar rechtlich bereits
> gesichert durch die bestätigte einreichung beim DPMA, aber man
> will ja trotzdem keine fehler machen.

Also, hier kannst Du dich generell an das oben genannte halten. Denn den Rest wirst Du nie ausschließen oder beeinflussen können. Abzocke und "dumm gelaufen" gibt es überall in dieser Welt. Schließlich musst Du ja das gute Stück an den Mann oder die Frau bringen, und wenn es bei dir aus Sicherheitsgründen in der Schublade bleibt, tja dann wird wohl Niemand auf der Welt von deiner tollen Erfindung jemals etwas erfahren.

Wie hatte ich einmal mit 14 in einem interessanten Buch gelesen...

:teach: Wenn Du keine Tür anklopfst, wird dir keine Tür aufgetan !

Schöne Grüße von ITler zu ITler,


Thomas Moos

soafa
08.09.2004, 17:45
hallo thomas,

vielen herzlichen dank für deine ausführlichen beschreibungen! :)

das ist mir wirklich eine große hilfe, vor allem die tipps bzgl. der präsentation. jetzt muss ich auf alle fälle mal einen gesprächsleitfaden ausarbeiten und dann ein paar firmen anrufen um zu testen wie es am besten läuft (natürlich nur solche firmen, die sowieso nicht als käufer in frage kommen...denn "wir üben nicht in der öffentlichkeit" :rolleyes: )

werde auf alle fälle versuchen hier noch mehr zu lesen und mich auch an diskussionen zu beteiligen. falls ich noch was wissen möchte, wende ich mich mal ganz frech an dich *schäm*

und "soafa" ist mein spitzname, dieser ist männlich zu sehen wie ich...

liebe grüße und nochmal 1.000 dank
der ITler soafa (aka martin)