PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Patentwert.de?


Welt der Wunder Shop
Buy Flynax classified software

Michael Frei
15.04.2006, 15:56
Hallo zusammen!

Hab mal im Internet nach Erfinderforen gesucht - und hier gefunden! Auf diesen Seiten wurde auch auf Patentwert.de hingewiesen. Hat jemand damit Erfahrungen gemacht? Wie siehts mit den Preisen bei Patentwert.de aus?

Ich habe eine Erfindung, von der ich nicht weiss, ob man sie patentieren lassen kann und falls ja, möchte ich das Patent/Lizenz dann verkaufen. Wer oder welche Firma macht sowas? Gibts evtl. staatliche Stellen, die einem sagen können, ob ein Patent eine Chance hat oder muss ich dafür teure Patentanwälte anstellen?

Bin dankbar für jede Hilfe! Liebe Grüsse,

M. Frei

Rainer
15.04.2006, 18:57
Hallo Michael,

ich weiss jetzt nicht ob Ihre Registrierung heute hier und Ihr Post sowie die Registrierung von Alexander von Stahl zwei Tage vorher, der auch Geschäftsführer der Patentwert GmbH ist, einen kausalen Zusammenhang zulassen aber kurios finde ich es schon, das nebenbei.

Zu Ihrer Frage kann ich Ihnen soweit antworten das ich bereits zweimal mit Patentwert zu tun hatte. Einmal wegen meiner Airport Logistik Sache und ein weiteres mal wegen meiner „Anti“ RFID Erfindung um Kleidungsstücke mit Schirmung vor elektromagnetischer Strahlung auszustatten. RFID wird ja in naher Zukunft wohl in sehr vielen Gebrauchsgegenständen eingesetzt/integriert werden und um u.a. das ausspionieren der Bürger und oder Kunden zu verhindern die das nicht wollen oder explizit ihre Zustimmung dazu gaben das Daten von ihnen gesammelt werden dürfen, sollten zumindest u.a. die Hosen-, Jacken-, Mantel- und Hemdtaschen mit einem Material versehen werden um das senden der RFID Chips von Gebrauchsgegenständen die jeder Bürger in seinen Bekleidungstaschen mit sich herum trägt wirkungsvoll zu unterbinden. Eigentlich eine ziemlich schnell zu realisierende Erfindung denn es muss nur der Stoff der Bekleidungstaschen (Taschenbeutel) gewechselt werden, somit müsste also noch nicht einmal ein neues Produktionsverfahren angewendet werden um Bekleidung mit einen solchen Schutz auszustatten.

Tja die Airport Logistik Sache war wohl etwas zu groß für Patentwert und die „Anti“ RFID Erfindung in Bekleidungsstücke war nach Ansicht von Patentwert nicht alltags- bzw. haushaltsgebrächlich, Zitat:


...Es muss dazu erwähnt werden, dass diese Idee an sich ein zu spezielles Gebiet für uns darstellt. Wie schon besprochen, liegt die strategische Ausrichtung der patentwert GmbH allein bei der Vermarktung von alltags- bzw. haushaltsgebräuchlichen Produkten - Produkte, die bei Tchibo, in Discountern oder in Baumärkten zu finden sind und keinen Erklärungsbedarf fordern....

Natürlich sehe ich das etwas anders doch leider wurde von Patentwert nicht näher darauf eingegangen wieso diese Erfindung dort nicht angenommen wurde, die Antwort war halt etwas dürftig und die Arbeit die man hat um seine Idee komplett dort zu offenbaren hätte auch eine etwas ausführlichere Antwort verdient, finde ich jedenfalls.

Zu Erfahrungen mit Patentwert kann ich also nicht wirklich etwas sagen da eine nähere Zusammenarbeit bisher nicht stattfand. Prinzipiell finde ich aber solche Firmen lobenswert, sie sollten Ihre Vertriebswege aber nicht zu sehr einengen bzw. Ihren Wirtschaftszweig zumindest schon auf der Homepage erklären damit sich viele andere die Arbeit der Ideen Einreichung sparen können.

Bei der Patentwert GmbH kann man also seine Idee komplett einreichen, dort wird dann geprüft ob diese Idee wirtschaftlich ein Erfolg werden kann und ob diese Idee in den Vertriebsweg der Firma passt. Bisher waren meine dort eingereichten Ideen stets schon angemeldet sodass ich zum Thema bei der Einreichung ohne Schutzrechtsanmeldung nichts sagen kann.

Kosten oder Vorauszahlungen werden nicht fällig, Patentwert kümmert sich um alles! Von der Schutzrechtsanmeldung, Analysen, über Prototypenerstellung und Marketing bis hin zum Vertrieb , All-Inklusive also, sehr lobenswert! Das einzige was man selber mitbringen muss ist eben die Idee und den Mut diese notfalls auch ohne bereits angemeldeten Schutzrecht der Firma Patentwert zu offenbaren. Ob das allerdings ratsam ist, nicht nur bei der Firma Patentwert GmbH, wage ich zu bezweifeln. Aber dieses Risiko muss wohl jeder für sich selber abschätzen können. Zum Thema Verdienst weiss ich nur was man mir dort per Telefon sagte. Der Erfinder bekommt etwa 12% der Erlöse, den Rest behält die Patentwert GmbH. Allerdings ist dies wohl auch Verhandlungssache aber viel mehr denke ich wird dort nicht drinne sein.

Kommen wir zu den negativen Ansichten die ich persönlich bisher so empfand. Zum einen störte mich die lange Bearbeitungsphase, bis zu sechs Wochen dauert es bis man eine Antwort bekommt. Zum anderen eben die dürftige Antwort, ich denke das die Idee mit Sicherheit auf Markttauglichkeit und Neuheit geprüft wird. Wenn von diesen Fakten und oder Einschätzungen bzw. Analysen etwas mehr in den Antworten einfließen würde wäre dies sehr lobenswert und hilfreich! Man offenbart schließlich eine Idee von der man denkt das sie neu ist und bietet diese der Patentwert GmbH zur Vermarktung an. In diesen Ideen stecken sehr oft Monate lange Arbeit und zum Teil auch großes finanzielles Engagement sodass eine ausführlichere Antwort, womit der Erfinder letztendlich auch etwas anfangen kann und ihm evtl. sogar etwas weiterbringt, hier sicherlich nicht zuviel verlangt wäre. Die Patentwert GmbH verdient ja schließlich auch nicht schlecht an der Vermarktung einer Idee, denke ich zu mindestens mal.

Fazit:

Für Kleinerfinder die alltags- bzw. haushaltsgebräuchliche Produkte - Produkte, die bei Tchibo, in Discountern oder in Baumärkten ihren Hauptvertrieb haben sowie das Vertrauen dahingehend haben eine Idee einer Firma zu offenbaren ohne ein bereits eingereichtes Schutzrecht zu besitzen (wegen Geldmangels), wäre die Patentwert GmbH sicherlich eine erste Anlaufstelle. Bisher habe ich noch nichts gehört das Ideen ausgeplaudert wurden oder in falsche Hände geraten sind. Obwohl ich persönlich mir wünschen würde das auch dort etwas mehr Transparenz stattfinden würde damit man weiss wer mit wen über meine Idee spricht.

Reicht das? Sollten weitere Fragen offen sein werde ich sie, soweit mir möglich, beantworten.

Michael Frei
15.04.2006, 19:44
Hallo Rainer

Besten Dank für Ihre ausführliche Antwort! Ich kann Ihnen versichern, dass ich in keiner Weise mit dieser Firma zu tun habe oder mit einer dort involvierten Person. Nach Ihren Ausführungen muss ich sagen, dass ich mich doch lieber nach einer anderen Vorgehensweise umsehen werde, 12 % des Erlöses scheinen mir ein bisschen wenig, da lohnt es sich, das ganze selbst in die Hand zu nehmen.

Was mir noch nicht ganz klar ist; was nützt mir ein nationales (in meinem Fall ein Schweizerisches) Patent, wenn die Konkurrenz ja einfach im Ausland produzieren und vermarkten kann? Kann ich zuerst ein nationales Patent erwerben und später (bei Erfolg) ein internationales beantragen?

Schöne Ostern und freundliche Grüsse, M. Frei

Rainer
15.04.2006, 20:32
Ich wollt Ihnen jetzt hier auch nichts unterstellen aber seltsam ist es doch ;)

Ich wollte Ihnen auch nicht den Gang zur Patentwert GmbH versauern. Die 12% sind nach Aussage eines Mitarbeiters bei Patentwert GmbH wohl Verhandlungssache, das Sie viel mehr nicht bekommen würden war nur eine Einschätzung meinerseits somit also ohne Gewähr. Angeblich sind 12% Marktüblich für solche Firmen, ob dies stimmt oder nicht kann ich nicht beurteilen da ich bisher noch mit keiner Firma die in diesem Bereich tätig ist zu tun hatte. Aber vielleicht kann Herr Alexander von Stahl dazu etwas genaueres sagen (wen es sich denn tatsächlich hier um den Geschäftsführer von Patentwert GmbH handelt) Ich war auch schon einmal am überlegen Herrn Muthenthaler von erfinder.at anzuschreiben, Herr Muthenthaler ist hier auch Mitglied, aber dann bin ich doch irgendwie davon abgekommen.

Sie dürfen nicht vergessen das solche Firmen auch u.a. ein gewisses Kapitalrisiko eingehen wenn sie Ihre Idee pushen und alle anstehenden Kosten vorab übernehmen. Geht die Geschichte nach hinten los hat nur diese Firma Verluste und für Sie ändert sich nicht viel ausser das EINE Vertriebsmöglichkeit versickert ist. Dies sollte man auch nicht aus den Augen verlieren. Für mich persönlich ist diese Art der Vermarktung, wenn ich das mal so nennen darf, super geeignet da ich wirklich sehr wenig Zeit habe mich um die Vermarktungen meiner Ideen zu kümmern. Danach kommt gleich das leidige Geldthema was viele haben und schon am Ansatz scheitern. Ich könnte von heute auf morgen gleich mindestens vier Ideen anmelden aber durch das geringe Budget das mir dafür zur Verfügung steht muss ich zum einen abwägen wozu ich Zeit habe und zum anderen was ich mir leisten kann innerhalb der nächsten Monate anzumelden da ich eher dazu tendiere gleich eine Patentanmeldung über einen Fachanwalt durchzuführen und kein Gebrauchsmusterschutz, welches ich mehr oder weniger auch zu Übungszwecken doch einmal gemacht habe.

Zu Ihren anderen Fragen:

Innerhalb der Prioritätszeit von 12 Monaten ab regulären Antragseingang (ja es gibt auch ein unregulären Eingang, nämlich ein unvollständig eingereichter Antrag) beim Patentamt können Sie weitere Schutzrechtsanmeldungen in weiteren (ich glaube es waren 110 Staaten weltweit) Mitgliedsstaaten, die den Patentzusammenarbeitsvertrag unterschrieben haben, anmelden. Wenn Sie natürlich nur in der Schweiz Schutzansprüche haben bzw. anmelden könnten andere in anderen Staaten wo Sie keine Schutzansprüche besitzen bzw. eingereicht ahben Ihre Idee herstellen und dort vermarkten. Allerdings habe die anderen dann dort kein Monopol- und Verbotsrecht gegenüber Dritten die das dann auch versuchen werden – allerdings weiss ich nicht so genau ob es hier nicht auch Möglichkeiten gibt dieses anderen zumindestens zu erschweren. Den Import in die Schweiz könnten Sie meiner Meinung nach allerdings, rechtlich abgesichert, verbieten lassen.

Problematisch finde ich eher die kurze Reaktionphase in weiteren Ländern Schutzrechte anzumelden. Denn bis der erste Prüfbericht nicht vom Patentamt beim Erfinder eingegangen ist weiss dieser erst einmal noch nicht ob seine Idee wirklich so neu ist wie er denkt. Innerhalb von (normalerweise) neun Monaten kommt der erste Prüfbericht vom Patentamt, sind dann dort Entgegenhaltungen aufgeführt die erst noch ausgeräumt werden müssen sind drei Monate etwas eng um zum einen die Entgegenhaltungen auszuräumen und zeitgleich in weiteren Ländern Schutzrechte zu beantragen. Wenn ich das Geld hätte würde ich sofort von meinen Ideen jeweils eine PCT Anmeldung (so genanntes Weltpatent) durchführen. Kostet zwar, über einen Anwalt eingereicht, etwa 5.000 – 6.000 Euro aber man hat 36 Monate Zeit sich für weitere Staaten zu entscheiden (Nationalisierungsphase) wo man Schutzansprüche haben möchte, ein enormer Vorteil wie ich finde der aber auch seinen Preis hat.

Edit

Natürlich wünsche ich Ihnen und allen anderen Forenbesucher auch ein frohes Osterfest!

/Edit

Fantastic-Future
14.03.2007, 17:51
Hi, hatte ja auch 2 Erfindungen zu Patentwert geschickt und nach etlichen Wochen eine kurze Absage erhalten.
Hierbei wurde zwar kurz geantwortet aber ausreichend erklärt warum.
In meinem Fall gab es etliche Konkurrenzprodukte und die nötigen Produkt- und Machbarkeitsstudien konnten von Patentwert nicht gemacht werden.

Ich denke mal es lohnt sich wirklich nur sehr einfache Erfindungen dort einzusenden, welchen einen breiten Markt haben.

MfG Norman

David1969
14.04.2008, 09:30
Zitat:

Wenn ich das Geld hätte würde ich sofort von meinen Ideen jeweils eine PCT Anmeldung (so genanntes Weltpatent) durchführen. Kostet zwar, über einen Anwalt eingereicht, etwa 5.000 – 6.000 Euro aber man hat 36 Monate Zeit sich für weitere Staaten zu entscheiden (Nationalisierungsphase) wo man Schutzansprüche haben möchte, ein enormer Vorteil wie ich finde der aber auch seinen Preis hat.
-----------------------------------------

Hallo Leute,
hallo Rainer,

was kostet denn ein Weltpatent, wenn man es selbst (ohne Patentanwalt) anmeldet ?
Ist sowas machbar? Oder ist ein Patentanwalt für ein Weltpatent "ganz praktisch gesehen" unumgänglich? :-)

LG und schöne Woche,

Oliver

Rainer
14.04.2008, 12:04
Die o.g. Kosten sind realistische Anfangskosten! Je nach dem wie viele Staaten innerhalb der PCT Priorität angegeben werden ( nationale Phase ) können nochmal pro Staat etwa 1.000 – 1.500 Euro hinzukommen, was bei 50 Staaten dann etwa 50.000 – 75.000 oder bei 100 Staaten 100.000 – 150.000 Euro bedeuten würde. Dann kommen natürlich noch die Verlängerungsgebühren je Staat hinzu. Über die genaue Vorgehensweise, also wie man was, wie und wo anmeldet, kann ich Dir nichts sagen, hab noch keine PCT Anmeldung durchgeführt ;) Ich habe mich vor Jahren nur beiläufig mal mit PCT Anmeldungen befasst. Innerhalb von 30 Monaten muss in jedem beanspruchten Land die nationale Phase eingeleitet werden. Die Einbeziehung eines Patentanwaltes würde ich allerdings immer jedem raten, es sein denn, der Anmelder ist fit und traut sich zu eine Anmeldung hin zulegen die jedem „Beschuss“, auch Umgehungsversuchen, standhält und kennt die Gepflogenheiten der Patentämter im Ausland, wo er beantragen möchte ;)

Und ein „Weltpatent“, wie es der Name suggeriert, gibt es nicht. Man kann nur in den Staaten Rechte beantragen, die in dem PCT Vertragsabkommen beigetreten sind, also in 137 Staaten der Erde. Die Anzahl der Staaten der ganzen Erde beträgt etwa 193 ;)

Diese Anfrage hat aber mit Patentwert nun garnichts zu tun!

David1969
15.04.2008, 17:53
hehe, cool. Besten Dank!

Ich kann dir mal einen schönen Banner malen wenn du willst :D:D

Rainer
16.04.2008, 00:53
*gg* jo ich weiss, ist nichts dolles aber sobald ich Zeit habe........ *ggg* sage ich schon so lange aber ich komme wirklich nicht dazu die Seiten von "RD-Innovation" neu zumachen bzw. dort endlich ein neues Design drauf zu spielen ;) Aber danke für Dein Angebot! :)

Welt der Wunder Shop