Thomas Blankenstein
04.01.2007, 15:41
Liebe Community,
nachdem ich nun angefangen habe, mich ein bisschen in die gängigen Abläufe bei einer Erfindung einzuarbeiten, musste ich schon recht bald feststellen, dass ich wohl eher nicht der Typ bin, der es sich leisten könnte, ein angemessenes Maß an Zeit zu investieren, um eine Erfindung zu patentieren und konsequent zu produzieren und zu vermarkten. Seiten wie patentwert.de kommen dem vielleicht schon etwas entgegen, müsste ich mich aber noch mal genauer mit befassen.
Bei mir ist das halt so, dass - im ganz normalen Alltag ohne "bewusst" nach einer "Lösung" für irgendwas zu suchen - automatisch alle paar Wochen so Ideen kommen, man müsse mal dies oder jenes Gerät bauen. Meist ist das bereits auch Stand der Technik, insofern würde es eh schwierig mit Patentierung. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass ein Unternehmen nicht enormen Gewinn mit dem Vertrieb dieses Artikels machen könnte. Beispiel Tamagotchi, Beispiel Sammelkarten (Magic, Yu-Gi-Oh oder wie das alles heißt), alles längst Stand der Technik, aber keiner hatte die Idee.
Da mir, wie gesagt, die Zeit fehlt, mich da jeweils konsequent hinterzuklemmen, ich aber oft der Überzeugung bin, dass die Fachwelt die Idee ebenfalls interessant fände und damit ihre Produktreihe (was ja sowieso ständig geschieht) nebenher erweitern könnte, würde mich mal interessieren, ob es für solche "Ideen" auch einen Weg gibt, sie an den Mann zu bringen, ohne dabei völlig leer auszugehen. Winzige Umsatzbeteiligung oder einmalige Anerkennungszahlung, oder ideelle Würdigung, namentliche Erwähnung in einer Fachzeitschrift, oder oder...?
Und wie ist das mit anderen Arten von konkreten "Ideen" z.B. für...
a) ...einen neuartigen "Freizeitpark" (die Bezeichnug passt jetzt nicht so ganz), zwar ohne Fahrgeschäfte, aber trotzdem nicht auf die schnelle aus dem Boden zu stampfen, Investor und Personal benötigt...
b) ...die Story, den Stoff für einen Science-Fiction-Film, für dessen ernsthafte Umsetzung aber wohl nur Hollywood Technik und Budget hätte. (In diesem Falle könnte man die Story zwar kurz aufschreiben, aber für ein ausgefeilten Drehbuch können schnell viele Monate draufgehen)
c) ...eine Restaurantkette, die nach einem ganz neuen Konzept arbeitet
Also, was tun, wenn das nächste Mal so eine Idee vorbeigeschneit kommt?
Thomas
edit:
Ich habe mich jetzt mal auf www.patentwert.de umgeschaut. Das sieht ja alles zu schön aus, um wahr zu sein. Man hat eine Idee, bietet sie einem offenbar seriösen und spezielisierten Unternehmen an, was immerhin besser ist, als sie auf Nimmerwiedersehen in der eigenen Schreibtischschublade versauern zu lassen. Überdies garantieren die Herrschaften dort, nix auszuplaudern, und irgendwie sieht das ganze zunächst für den Erfinder kostenlos aus!!? Also gut, wenn von meinen vielen Ideen irgendwann mal eine von Patentwert verwertet werden sollte -> Jubel! Wenn nicht -> Sei's drum, den Versuch war's wert. Geht mir ja nicht um Existenzgründung, sondern nur eventuelles Zubrot.
Wenn ich das alles so richtig verstanden habe, ist dies für viele meiner Ideen ja wie maßgeschneidert :)
Dann hätte ich aber noch ein paar Fragen:
1) Da Patentwert garantiert, nicht zu plappern, kann ich auf die Kosten für Schutzrechtsanmeldung verzichten?
2) Kann ich dann auch auf die Kosten (und den Zeitaufwand!!!!!) für eine Recherche verzichten?
3) Sind für Patentrecht auch Produktideen bekannt, die zwar neu und erfolgversprechend, aber, wie oben beschrieben, keine Neuerung zum Stand der Technik bieten und daher nicht patentierbar sind?
3b) Zusatzfrage: Ich renne da immer wieder vor dieselbe Verständnisklippe: Was heißt eigentlich "neu gegenüber Stand der Technik"? Wenn ich mir die Beispiele dort ansehe, was da patentiert wird: Ein TV-Blendschutz oder der 6-fingerige Jubelhandschuh, das sind ja wohl wirklich keine "technischen" Neuerungen, sondern eher "Eier des Kolumbus". Man kann wohl sogar davon ausgehen, dass z.B. der TV-Blendschutz in Haushalten 1000fach mal eben schnell, provisorisch aus Pappe gebastelt wurde, ohne dass dem Urheber dieses Behelfes bewusst war, er hätte gerade etwas "erfunden". Sowas passiert doch täglich, überall. Genauso mit meiner aktuellen Erfindung: Ich hätte gern ein Multimediagerät, was eine bestimmte Funktion vollführt, weil ich sie für enorm praktisch halte. Gibt's aber so nicht auf dem Markt: Also kaufe ich mir diverse Einzelkomponenten zusammen, die ich (leicht!) zweckentfremde und über Adapter und Kabel zusammenstecke, dass ich mir dieses Apparat umhänge und er tut, was ich wünsche. Wäre aber deutlich schicker, sowas in der Größe eines Handy's unterzubringen.
4) Angenommen, ich sollte meine Erfindung - wider bisherigen Erwarten - doch schützen lassen, bevor ich nach Patentwert renne, wie sieht eigentlich die "Hierarchie" der Schutzrechte aus, also von geringstem zu stärkstem Schutz, wenn man das so sagen kann?
prov. Patent (bin mittelloser Student)
GBM
Patent
So?
MfG
Thomas
nachdem ich nun angefangen habe, mich ein bisschen in die gängigen Abläufe bei einer Erfindung einzuarbeiten, musste ich schon recht bald feststellen, dass ich wohl eher nicht der Typ bin, der es sich leisten könnte, ein angemessenes Maß an Zeit zu investieren, um eine Erfindung zu patentieren und konsequent zu produzieren und zu vermarkten. Seiten wie patentwert.de kommen dem vielleicht schon etwas entgegen, müsste ich mich aber noch mal genauer mit befassen.
Bei mir ist das halt so, dass - im ganz normalen Alltag ohne "bewusst" nach einer "Lösung" für irgendwas zu suchen - automatisch alle paar Wochen so Ideen kommen, man müsse mal dies oder jenes Gerät bauen. Meist ist das bereits auch Stand der Technik, insofern würde es eh schwierig mit Patentierung. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass ein Unternehmen nicht enormen Gewinn mit dem Vertrieb dieses Artikels machen könnte. Beispiel Tamagotchi, Beispiel Sammelkarten (Magic, Yu-Gi-Oh oder wie das alles heißt), alles längst Stand der Technik, aber keiner hatte die Idee.
Da mir, wie gesagt, die Zeit fehlt, mich da jeweils konsequent hinterzuklemmen, ich aber oft der Überzeugung bin, dass die Fachwelt die Idee ebenfalls interessant fände und damit ihre Produktreihe (was ja sowieso ständig geschieht) nebenher erweitern könnte, würde mich mal interessieren, ob es für solche "Ideen" auch einen Weg gibt, sie an den Mann zu bringen, ohne dabei völlig leer auszugehen. Winzige Umsatzbeteiligung oder einmalige Anerkennungszahlung, oder ideelle Würdigung, namentliche Erwähnung in einer Fachzeitschrift, oder oder...?
Und wie ist das mit anderen Arten von konkreten "Ideen" z.B. für...
a) ...einen neuartigen "Freizeitpark" (die Bezeichnug passt jetzt nicht so ganz), zwar ohne Fahrgeschäfte, aber trotzdem nicht auf die schnelle aus dem Boden zu stampfen, Investor und Personal benötigt...
b) ...die Story, den Stoff für einen Science-Fiction-Film, für dessen ernsthafte Umsetzung aber wohl nur Hollywood Technik und Budget hätte. (In diesem Falle könnte man die Story zwar kurz aufschreiben, aber für ein ausgefeilten Drehbuch können schnell viele Monate draufgehen)
c) ...eine Restaurantkette, die nach einem ganz neuen Konzept arbeitet
Also, was tun, wenn das nächste Mal so eine Idee vorbeigeschneit kommt?
Thomas
edit:
Ich habe mich jetzt mal auf www.patentwert.de umgeschaut. Das sieht ja alles zu schön aus, um wahr zu sein. Man hat eine Idee, bietet sie einem offenbar seriösen und spezielisierten Unternehmen an, was immerhin besser ist, als sie auf Nimmerwiedersehen in der eigenen Schreibtischschublade versauern zu lassen. Überdies garantieren die Herrschaften dort, nix auszuplaudern, und irgendwie sieht das ganze zunächst für den Erfinder kostenlos aus!!? Also gut, wenn von meinen vielen Ideen irgendwann mal eine von Patentwert verwertet werden sollte -> Jubel! Wenn nicht -> Sei's drum, den Versuch war's wert. Geht mir ja nicht um Existenzgründung, sondern nur eventuelles Zubrot.
Wenn ich das alles so richtig verstanden habe, ist dies für viele meiner Ideen ja wie maßgeschneidert :)
Dann hätte ich aber noch ein paar Fragen:
1) Da Patentwert garantiert, nicht zu plappern, kann ich auf die Kosten für Schutzrechtsanmeldung verzichten?
2) Kann ich dann auch auf die Kosten (und den Zeitaufwand!!!!!) für eine Recherche verzichten?
3) Sind für Patentrecht auch Produktideen bekannt, die zwar neu und erfolgversprechend, aber, wie oben beschrieben, keine Neuerung zum Stand der Technik bieten und daher nicht patentierbar sind?
3b) Zusatzfrage: Ich renne da immer wieder vor dieselbe Verständnisklippe: Was heißt eigentlich "neu gegenüber Stand der Technik"? Wenn ich mir die Beispiele dort ansehe, was da patentiert wird: Ein TV-Blendschutz oder der 6-fingerige Jubelhandschuh, das sind ja wohl wirklich keine "technischen" Neuerungen, sondern eher "Eier des Kolumbus". Man kann wohl sogar davon ausgehen, dass z.B. der TV-Blendschutz in Haushalten 1000fach mal eben schnell, provisorisch aus Pappe gebastelt wurde, ohne dass dem Urheber dieses Behelfes bewusst war, er hätte gerade etwas "erfunden". Sowas passiert doch täglich, überall. Genauso mit meiner aktuellen Erfindung: Ich hätte gern ein Multimediagerät, was eine bestimmte Funktion vollführt, weil ich sie für enorm praktisch halte. Gibt's aber so nicht auf dem Markt: Also kaufe ich mir diverse Einzelkomponenten zusammen, die ich (leicht!) zweckentfremde und über Adapter und Kabel zusammenstecke, dass ich mir dieses Apparat umhänge und er tut, was ich wünsche. Wäre aber deutlich schicker, sowas in der Größe eines Handy's unterzubringen.
4) Angenommen, ich sollte meine Erfindung - wider bisherigen Erwarten - doch schützen lassen, bevor ich nach Patentwert renne, wie sieht eigentlich die "Hierarchie" der Schutzrechte aus, also von geringstem zu stärkstem Schutz, wenn man das so sagen kann?
prov. Patent (bin mittelloser Student)
GBM
Patent
So?
MfG
Thomas
