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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prototyp steht, was nun.


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Sven C.
05.04.2006, 20:59
tja , wie soll ich anfangen.
sehr verwirrend das ganze. Habe ein Werkzeug entwickelt , was aus mehreren patentierten Bauteilen besteht. Nicht nur , ich benutze sie in meiner Erfindung. Bin Goggle fit und hab in Deutsch oder Englisch nichts gefunden. Prototyp steht , funktioniert wunderbar , hab ihn im täglichen Einsatz ca. 1000 mal ausprobiert. Keine Mängel , aber das Design ist.................
Musste den Schlossern von Fremdfirmen immer erzählen , das ich das Teil nur nachgebaut habe , weil es so teuer ist. Mein Chef bezahlt alles was ich brauche und stellt keine Ansprüche, ausser das es schön wäre, wenn wir das Teil produzieren könnten. ( 3Mann Bude) Kein Thema , kommt mir entgegen. Aber die Kosten............... und.............muss ich ein Muster erstellen , was genauso aussieht wie das Verkaufsteil? Oder geht es um die Funktion. Langsam bekomme ich ......Paranoia , das einer mir zuvorkommt. Ist eine echte Arbeitserleichterung , die es noch nicht gibt. Auf der Patentamt Seite lese ich immer was von 300-400 Euro, woher kommen aber die ganzen Kosten von denen immer geredet wird? Was nun???? Ich bin Täglich 10 Stunden für die Firma im Einsatz und verliere langsam den Überblick. Wikll aber weiterkommen. Bin für jede Hilfe dankbar und liefere auch weitere Infos auf Anfrage. Danke schonmal im vorraus.

MfG Sven

Hans Wiedemann
05.04.2006, 23:58
Hallo Sven,
ich hätte da ein paar Fragen

...Werkzeug entwickelt, was aus mehreren patentierten Bauteilen besteht.
Patentiert von wem? Geht es um mögliche Patentverletzung oder wo liegt das Problem?


Musste den Schlossern von Fremdfirmen immer erzählen, das ich das Teil nur nachgebaut habe, weil es so teuer ist.
Ähm, warum musstest Du? Irgendwie steige ich nicht ganz dahinter, worum es Dir geht.


Auf der Patentamt Seite lese ich immer was von 300-400 Euro, woher kommen aber die ganzen Kosten von denen immer geredet wird?
Das sind die Gebühren. Hinzu kommen die Kosten für den Patentanwalt. Bei mir waren es komplett 3500 Euro (ja ich weiß, ist teuer, es gibt Gründe, würde hier zu weit führen). Bei der Patentanmeldung kommt es sehr auf die Formulierung an. Da kann jedes einzelne Wort entscheidend sein. Es lohnt sich, dafür einen Anwalt zu bemühen.

Ich würde mal eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen. Am besten eine Skizze oder Zeichnung mitnehmen. Hier gibt es Ansprechpartner für Beratung (http://www.patente.bmbf.de/de/patentverw_482.php)

Am besten zusammen mit dem Chef einen Tag frei nehmen und beraten lassen.

Gruß! Hans

Rainer
06.04.2006, 13:14
Hallo Sven,

wie Hans schon schrieb sollten Sie wirklich einen Patentanwalt aufsuchen der diesen Fachbereich bearbeitet! Wenn Sie bereits patentierte Teile in Ihrer Erfindung einarbeiten könnten Sie unter Umständen etliche Probleme bekommen die zudem noch richtig ins Geld gehen werden. Sie können nicht einfach so zwei Sohlen von Nike und Adidas zusammenkleben und das dann patentieren lassen und als Ihre Idee veröffentlichen. Natürlich kann man bereits geschützte Dinge in seinen Erfindungen integrieren, diese aber dann auch in dem Schutzumfang mit einfließen zu lassen wäre fatal!

Zu Ihren anderen Fragen:


muss ich ein Muster erstellen , was genauso aussieht wie das Verkaufsteil?

Wenn Sie eine Idee patentieren lassen wollen müssen Sie keinen Prototypen einreichen. Wenn Sie aber bereits einen haben sehen das mögliche Investoren und Interessenten sowie Hersteller mit wohlwollen weil was man anfassen und vorführen kann wirkt besser als das was man „nur“ liest.


Oder geht es um die Funktion.

Die Funktion und genaue Beschreibung sowie Zeichnungen und den Stand der Technik reichen Sie beim Patentamt ein.


Auf der Patentamt Seite lese ich immer was von 300-400 Euro

Sie sollten auf jeden Fall auch einen Prüfbericht bei Einreichung beim Patentamt beantragen!


woher kommen aber die ganzen Kosten von denen immer geredet wird?

Es kommt ganz darauf an welche Kosten Sie meinen. Es gibt die so genannten Amtsgebühren und die Anwaltskosten. Ersteres bleibt immer gleich letzteres schwankt von Anwalt zu Anwalt ;)


Was nun????

Lassen Sie sich von einem Fachanwalt beraten. Das erste Informationsgespräch sollte gratis sein. Sie müssen auf jeden Fall abklären was Sie bei ihrer Idee „straffrei“ schützen lassen können und was da auf keinen Fall reingehört.


und liefere auch weitere Infos auf Anfrage.

Aber bitte keine Details Ihrer Idee denn was Sie einmal veröffentlicht haben wird bei einer Patentanmeldungen als neuheitsschädlich angesehen und kann nicht mehr geschützt werden – Stand der Technik!

Sven C.
06.04.2006, 17:04
Erstmal herzlichen Dank für die schnelle Reaktion.

Verzeiht bitte meine etwas "wirren" Ausführungen von Gestern , war überarbeitet und müde.

Zitat:
Patentiert von wem? Geht es um mögliche Patentverletzung oder wo liegt das Problem?


Antwort: Damit das Gerät funktionstüchtig ist , muss ich andere Wekzeuge , zum Beispiel einen Schraubenschlüssel (es ist kein Schraubenschlüssel , fällt aber in eine ähnliche Kategorie )
mit einarbeiten. Diese Werkzeuge , oder besser gesagt Werkzeugteile , erfüllen dann aber den Zweck , für den sie hergestellt wurden. Der Schraubenschlüssel ist doch Patentrechtlich geschützt , oder war es mal. Es gibt ihn nun schon einige Jahzehnte , genau wie mein verwendetes Bauteil.
Hoffe das reicht an Infos. :-)


Zitat:
Ähm, warum musstest Du? Irgendwie steige ich nicht ganz dahinter, worum es Dir geht.

Antwort:
Ganz einfach , ich teste das Gerät seit ca. 2 Wochen im Feldversuch. Es bringt meinem Arbeitgeber und mir erhebliche Zeitersparniss und weniger körperliche Anstrengung.
Also teste ich es während der Arbeit , den ganzen Tag. Da ich viel auf Montage bin , bleibt es nicht aus , das z.b. Schlosser von anderen Firmen mich dabei beobachten können.
Ein paar kommen dann zu mir und fragen: " Mann das hab ich ja noch nie gesehen cool."
Zum Glück habe ich noch keinen getroffen , der in meinem Bereich tätig ist. Aber ich sage dann immer : " Kann man kaufen , war mir aber zu teuer , darum hab ich`s nachgebaut ."
Nenne dann immer einen horrenden Preis , so 250 -500 Euro. Das tue ich , damit keiner auf die Idee kommt mal selber nachzuschauen und etwas zu bauen. Irgendwann würde derjenige zu dem Schluss kommen das es das Werkzeug noch nicht gibt und viell. selber was entwickeln und anmelden.




So , ich hoffe das reicht fürs erste.
Werde mich morgen Mittag mit einem Patentanwalt in Verbindung setzen und das Teil vorstellen. (bzw. mir einen Termin holen).

Nochmals herzlichen Dank für die schnelle Hilfe und die Tipps.


MfG Sven

Thomas L.
19.05.2006, 15:42
Hallo Sven C.,
Du schreibst, daß das Design . . . sozusagen "noch nichts hermacht". Ich bin Grafik-Designer und Foto-Designer und hab auch kleinere Geräte schon gestaltet.
Wenn Du willst, können wir uns mal über die äußere Gestalt bzw. das Design Deiner Erfindung unterhalten. Und eine schönes ansprechendes oder knackiges Design beeindruckt das Unterbewußtsein von möglichen Nutzern, Lizenznehmern, etc..
Dazu muß ich möglicherweise garnicht präzis in die Erfindungs-Idee eingeweiht sein.
Wenn Du willst, kannst Du mir schreiben und wir können uns über ein überzeugendes Design für Deine Erfindung unterhalten. Alles Weitere kann man dann besprechen.
Dir alles Gute und bis bald, Thomas L.

-gerhard muthenthaler
31.05.2006, 16:59
hallo sven,

also der schritt zum patentanwalt war schon sehr richtig und auch an der zeit, wenn das ding schon "im einsatz" ist.

wie hans oben geschrieben hat, sollte man an die 3000 euro "spielkapital" haben wenn man mit einer erfindung startet. davon geht der großteil zum patentanwalt, (bitte nicht mit einem gm abfertigen lassen, wenn ein patent möglich ist auf jeden fall ein patent anstreben)

kümmern sie sich nicht endlos um rechtliche fragen. legen sie das in die hände des pa und starten sie mit der suche nach produktion und vertrieb. vom patent selbst kommt kein geld zurück, das geht nur über verkäufe. prototypen sind sinnvoll wenn dabei maßstäbe eines serienmodelles angelegt werden.
machen sie sich einmal gedanken ob sie selber produzieren wollen / können, produzieren lassen (lohnproduktion) oder eine lizenz vergeben wollen.

fragen sie sich auch, wie leicht /schnell ihr patent von jemandem umgangen werden kann, nachdem sie erstmal grundsätzlich auf die idee gebracht haben, dass es geht.

am schluss noch ein wichtiger tipp zur zeit: warten sie nicht mit der vermarktung bis der vorbescheid oder das patent kommt. die priorität ist kurz genug wenn man vom tag der anmeldung loslegt.

ich wünsche viel erfolg und ein wenig "glück des tüchtigen" in dieser spannenden phase der erfindung.

schöne grüße
gerhard

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