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Thomas Moos
10.07.2009, 13:50
Zwei Tüftler erhalten Erfinderpreis

http://www.szon.de/news/img/article/sz-bilder/10631339_GST.onlineBild_szonscale4.jpg
Bild: Ingo Dreher (links) und Helmut Städele sind für ihre Konstruktion zur Reduktion des Bremsmoments bei Motorrädern und Autos mit dem Artur-Fischer-Erfinderpreis ausgezeichnet worden. Ein Element, um beim Kuppeln ein eventuelles Schleudern des Fahrzeugs zu verhindern, haben der Spaichinger Helmut Städele und der Balgheimer Ingo Dreher entwickelt. Für ihre Konstruktion haben sie bei der Verleihung des Artur-Fischer-Erfinderpreises in Stuttgart den mit 5000 Euro dotierten dritten Platz erreicht.

(SPAICHINGEN/hoc) Eine kleine Werkstatt an der Gartenstraße in Spaichingen ist die Ideenschmiede der beiden Tüftler. Dort haben sie vor zweieinhalb Jahren mit der Entwicklung begonnen. Ihr Ziel war, eine mechanisch wirkende Betätigungseinheit zu konstruieren, die der mitunter drastischen Drehzahlanhebung entgegenwirkt, wenn das Getriebe von Auto oder Motorrad heruntergeschaltet wird.

"Dabei besteht die Gefahr, dass die zulässige Drehzahl des Motors überschritten wird und die Antriebsräder blockieren", erläutert Städele. Durch ihre Erfindung kann die Kupplung beim Erreichen des kritischen Bremsmoments nun automatisch geöffnet werden. "Der Kraftfluss zwischen Antriebsrädern und Motor ist damit unterbrochen, die Kupplung kuppelt unmittelbar wieder ein." Die Gefahr eines Ausbrechens des Fahrzeugs sei gebannt.

In erster Linie an Rennautos denken Städele und Dreher beim praktischen Einsatz ihrer Konstruktion. Zu Testzwecken haben sie in den vergangenen beiden Jahren "jeden Urlaub, jeden Feiertag auf irgendeiner Rennstrecke verbracht", unter anderem in Frankreich und Italien. "Wir sind sicher hunderttausend Kilometer gefahren", berichtet Dreher.

Auf eine sechsstellige Höhe beziffert er auch den finanziellen Aufwand, "gut 300 000 Euro sind es sicher". Allein die Patentanmeldung hat das findige Duo 47 000 Euro gekostet, "vor allem wegen der Übersetzungen". Das Patentamt hat die Neuentwicklung überprüft und festgestellt, "dass es sie in dieser Form noch gar nicht gibt", sagt Städele.

Test an Motorrädern

Um Geld zu sparen, haben er und sein Partner die mechanische Betätigungseinheit zunächst an Motorrädern getestet. "Ein Jahr lang haben wir unsere eigenen und die Motorräder von Bekannten immer wieder auseinandergebaut und unseren Prototyp eingebaut, bis es endlich richtig funktionierte", blickt Dreher zurück. Für Tests in der Praxis wurde er an BMW-Maschinen installiert, die an der Langstrecken-Weltmeisterschaft teilnahmen.

Als ein wesentliches Problem bei den Entwicklungsschritten stellte sich der Platzmangel im Getriebe heraus. "Um Technik auf so engem Raum einzubauen, muss man jeden Millimeter ausnutzen", sagt Dreher. Der Mann ist vom Fach: Er ist Chef der Balgheimer Firma Dreher Präzisionsdrehteile mit zwölf Beschäftigten. Städele hat ein Ingenieurbüro und macht Projekte in den Feldern Medizintechnik und Kraftfahrzeuge.

Über ein gemeinsames Projekt mit dem Institut für Produktentwicklung der Universität Karlsruhe hoffen die beiden nun, "einen großen Autozulieferer zu gewinnen" zwecks Vermarktung. Denn zur endgültigen Ausfeilung "brauchen wir einen Sportwagen, einen Fahrer und eine größere Werkstatt".

Seit zwei Monaten habe man einen Importeur in den USA. Auf Fachmessen wollen Städele und Dreher Investoren auftun. "Aus unserer Erfindung ein Produkt zu machen, wird teuer und riskant", sind sie sich bewusst.

Ein Element, um beim Kuppeln ein eventuelles Schleudern des Fahrzeugs zu verhindern, haben der Spaichinger Helmut Städele und der Balgheimer Ingo Dreher entwickelt. Für ihre Konstruktion haben sie bei der Verleihung des Artur-Fischer-Erfinderpreises in Stuttgart den mit 5000 Euro dotierten dritten Platz erreicht.

(SPAICHINGEN/hoc) Eine kleine Werkstatt an der Gartenstraße in Spaichingen ist die Ideenschmiede der beiden Tüftler. Dort haben sie vor zweieinhalb Jahren mit der Entwicklung begonnen. Ihr Ziel war, eine mechanisch wirkende Betätigungseinheit zu konstruieren, die der mitunter drastischen Drehzahlanhebung entgegenwirkt, wenn das Getriebe von Auto oder Motorrad heruntergeschaltet wird.

"Dabei besteht die Gefahr, dass die zulässige Drehzahl des Motors überschritten wird und die Antriebsräder blockieren", erläutert Städele. Durch ihre Erfindung kann die Kupplung beim Erreichen des kritischen Bremsmoments nun automatisch geöffnet werden. "Der Kraftfluss zwischen Antriebsrädern und Motor ist damit unterbrochen, die Kupplung kuppelt unmittelbar wieder ein." Die Gefahr eines Ausbrechens des Fahrzeugs sei gebannt.

In erster Linie an Rennautos denken Städele und Dreher beim praktischen Einsatz ihrer Konstruktion. Zu Testzwecken haben sie in den vergangenen beiden Jahren "jeden Urlaub, jeden Feiertag auf irgendeiner Rennstrecke verbracht", unter anderem in Frankreich und Italien. "Wir sind sicher hunderttausend Kilometer gefahren", berichtet Dreher.

Auf eine sechsstellige Höhe beziffert er auch den finanziellen Aufwand, "gut 300 000 Euro sind es sicher". Allein die Patentanmeldung hat das findige Duo 47 000 Euro gekostet, "vor allem wegen der Übersetzungen". Das Patentamt hat die Neuentwicklung überprüft und festgestellt, "dass es sie in dieser Form noch gar nicht gibt", sagt Städele.

Test an Motorrädern

Um Geld zu sparen, haben er und sein Partner die mechanische Betätigungseinheit zunächst an Motorrädern getestet. "Ein Jahr lang haben wir unsere eigenen und die Motorräder von Bekannten immer wieder auseinandergebaut und unseren Prototyp eingebaut, bis es endlich richtig funktionierte", blickt Dreher zurück. Für Tests in der Praxis wurde er an BMW-Maschinen installiert, die an der Langstrecken-Weltmeisterschaft teilnahmen.

Als ein wesentliches Problem bei den Entwicklungsschritten stellte sich der Platzmangel im Getriebe heraus. "Um Technik auf so engem Raum einzubauen, muss man jeden Millimeter ausnutzen", sagt Dreher. Der Mann ist vom Fach: Er ist Chef der Balgheimer Firma Dreher Präzisionsdrehteile mit zwölf Beschäftigten. Städele hat ein Ingenieurbüro und macht Projekte in den Feldern Medizintechnik und Kraftfahrzeuge.

Über ein gemeinsames Projekt mit dem Institut für Produktentwicklung der Universität Karlsruhe hoffen die beiden nun, "einen großen Autozulieferer zu gewinnen" zwecks Vermarktung. Denn zur endgültigen Ausfeilung "brauchen wir einen Sportwagen, einen Fahrer und eine größere Werkstatt".

Seit zwei Monaten habe man einen Importeur in den USA. Auf Fachmessen wollen Städele und Dreher Investoren auftun. "Aus unserer Erfindung ein Produkt zu machen, wird teuer und riskant", sind sie sich bewusst.

(Erschienen auf SZON - Online-Dienst für die Region von Aalen bis zum Bodensee, von Ulm bis zum Schwarzwald (http://www.szon.de:) 10.07.2009), dem Internetportal der Schwäbischen Zeitung.

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