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Thomas Moos
28.05.2009, 14:57
Von Friederike Niemeyer (Text und Foto) Bad Oeynhausen (WB).

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Tropfendes Eis in der Waffel, schmelzende Butter auf dem Buffet oder umherfliegendes Spielzeug - lauter Alltagsprobleme. Doch Lösungen nahen. Damit die Erfinder ihre Ideen auch umsetzen können, gab es gestern eine Kontaktbörse im Innovationszentrum Fennel.

Auf Einladung der vier Industrie- und Handelskammern (IHK) Ostwestfalen, Lippe, Nordwestfalen und Osnabrück-Emsland stellten 50 »Daniel Düsentriebs« aus der Region ihre Ideen vor, auf die die Welt bislang noch wartet.

»Ich suche nach einem Hersteller und Vermarkter für meine Handmassage-Kelle«, sagt etwa Günter Brinkmann. Der 69-jährige gelernte Maschinenbauer aus Minden hat während eines Sauna-Besuchs zufällig entdeckt, dass eine feuchte Kelle auch Schröpfeffekt hat. Nun hat er einen Prototyp aus Pappelholz entwickelt. »In hunderten von Versuchen habe ich die optimale Form herausgefunden«, sagt Brinkmann.

Etwa 100 Firmenvertreter mittlerer und größerer Betriebe nutzten die Gelegenheit, sich über Innovationen - auch aus dem technischen Bereich - sowie Förderprogramme zu informieren. »Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen, dass sich die richtigen Partner für die Umsetzung guter Ideen in neue Produkte oder Verfahren treffen«, sagt Uwe Lück, Innovationsreferent bei der IHK in Bielefeld.

Kick nennt sich dieses Konzept: Kontaktbörse für Ideen, Chancenkapital und Know-how. 2001 gab es die erste dieser Börsen in Münster. Bad Oeynhausen ist erstmals Veranstaltungsort. »Bei Innovationen sind wir natürlich gerne dabei. Und es ist toll, wie kreativ die Menschen sind«, sagt Lothar Terno, Geschäftsführer des Innovationszentrums.

Die IHK hatte zur Präsentation ihrer Ideen vor allem Privatleute mit patentierten Projekten eingeladen. Beispielsweise Michael Wagner aus Bad Salzuflen. Der 61-jährige ehemalige Gastronom zeigte sowohl seinen Tier-Allzweck-Striegel als auch Tropfschutz für Eiswaffeln: ein saugfähiger Papieserviettenring.

Antonina Brack aus Melle war so oft über das herumliegende Spielzeug ihrer drei Söhne gestolpert, dass die 44-Jährige eine leicht zusammenfaltbare und transportierbare Spiel-Unterlage erfunden hat, die Ordnung im Kinderzimmer schafft.

Werner Dutz aus dem Emsland hatte sich so häufig über unappetitliche Butter auf Hotel-Buffets geärgert, dass er in achtjähriger Tüftelei einen Butterspender entwickelte. »Dafür habe ich die Goldmedaille auf der Erfindermesse in Genf erhalten. Die Menschen mögen das Gerät«, sagt der Unternehmensberater. Nur ein Hersteller dafür fehlt noch.

Genauso wie für Ernst Koers' »Braternoster«. Er ist Mitglied in einem Osnabrücker Erfinderclub. Weil er Würstchen in gleichmäßiger Bratqualität mag, entwickelte er für Imbissstuben ein Gerät, dass 300 Stück in sieben Minuten gleichzeitig grillt.

Noch nicht patentiert ist die Erfindung von Armin Budde, Chef des Hiller Brennstoff-Unternehmens. Dort wird bereits Altholz zu Briketts verarbeitet. Jetzt gibt es ein Verfahren, das auch Gartenabfälle schreddert und zu praktischen Bio-Briketts für Heizöfen presst.

Michael Heidemann aus Bad Oeynhausen, der die Erfindung präsentierte: »Jetzt suchen wir nach Investoren, um das im größeren Stil anbieten zu können.«

Erschienen auf: Zeitung Westfalen-Blatt : Nachrichten aus Minden/Lübbecke (http://www.westfalen-blatt.de/nachrichten/regional/luebbecke.php?id=27560&artikel=1)

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