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Thomas Moos
23.02.2009, 16:35
Warum „Nobby“ den Markt erobern könnte - Von Stefan Alberti Bramsche.

Ein Kaugummi unterm Schuh – wie schwierig und ekelig die Entfernung ist, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht weiter zu erläutern. Martin Nobbe aus Bramsche-Engter will jetzt verstärkt den Kampf gegen herumliegende „Tretminen“ aufnehmen – mit einer Erfindung namens „Nobby“ . . .

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Er ist selbstständig und immer auf der Suche nach neuen Ideen: Martin Nobbe aus Engter – hier mit „Gum Catcher“, seiner neuen Errungenschaft. Foto: Jörn Martens
„Nobby“ ist, genau genommen, nur der Arbeitstitel der Erfindung aus dem Hause Nobbe. „Gum Catcher“ soll der gut eineinhalb Meter große Kaugummi-Sammelbehälter heißen, der stark an eine Parkuhr erinnert. „Mit der englischen Bezeichnung können die meisten Kinder und Jugendlichen sehr gut etwas anfangen“, meint der 34-jährige Erfinder. „Kaugummi-Fänger“ oder andere ähnliche deutsche Namen wirken dagegen in der Tat ziemlich merkwürdig.
Dem Tüftler und Unternehmer aus Engter ist sehr wohl bewusst, dass „Nobby“ oder der „Gum Catcher“ nicht „mal eben so“ die Probleme mit den ausgespuckten Kaugummis lösen kann. Schließlich sammelt der neue Behälter nicht wie von Geisterhand die klebrigen Hinterlassenschaften ein. Nein, der- oder diejenige muss nach dem Kau-Vergnügen schon selbst zum „Gum Catcher“ gehen und das ausgekaute Teilchen hineinwerfen.

„Mir doch egal“, werden jetzt vielleicht einige denken. Aber diese Ignoranten sollten dann auch im Hinterkopf behalten, dass sie zur Kasse gebeten werden können, wenn sie beim Ausspucken eines Kaugummis auf frischer Tat ertappt werden. Im Landkreis und in der Stadt Osnabrück gehören solche Fälle kaum zum Tagesgeschäft, „aber eine Grundlage zum Einschreiten liegt vor“, ist aus den Verwaltungen zu vernehmen. Das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz macht es mit seinen Bestimmungen möglich. Wie hoch die Strafe ist? Das liegt dann letztlich im Ermessen der jeweiligen Kommune. Auf zehn oder 20 Euro könnte sich der Kau-Sünder aber wohl einstellen – ein teures Vergnügen.

Doch zurück zu unserem Erfinder, der sich seit einigen Jahren als selbstständiger Unternehmer in erster Linie mit Fragen der Lichtdeckentechnik für die Industrie beschäftigt. Wie kommt er dann auf den KaugummiSammelbehälter? „Weil ich immer auf der Suche nach einer neuen Idee bin.“ Und er weiß, dass viele Städte, Gemeinden, Unternehmen oder auch Privatleute riesige Summen investieren müssen, um ausgespuckte Kaugummis zu entfernen.

Nobbes Ansatz: Er muss etwas anbieten, was über die „normalen“ Mülleimer vor Schulen, Diskotheken, Restaurants oder anderen öffentlichen Plätzen hinausgeht. Dafür ist er monatelang durch die Region gefahren, um sich ein Bild von den herkömmlichen Mülleimern zu verschaffen. Monatelang kauten er und seine Familienmitglieder am laufenden Band Kaugummis, um die Unterschiede festzumachen. Und schließlich recherchierte er monatelang im Internet oder beim „Kaugummi-Riesen“ Wrigley, um Informationen über Kaugummis, Spuckverhalten oder sonstige wichtige Kaueigenschaften herauszufiltern.

Das Resultat: der erwähnte „Gum Catcher“. Was hat dieser Behälter, was andere nicht haben? Die Kaugummis landen in einer Schublade, die mit einer speziellen Anti-Haft-Beschichtung versehen ist – das ermöglicht die Leerung mit wenigen Handgriffen. Die Schublade kann im Übrigen mit einem Schloss gesichert werden. Durch die Pulverbeschichtung und die glatte Oberfläche besitzt die Erfindung eine nicht zu unterschätzende Wetterbeständigkeit. Schließlich befindet sich das kleine Einwurfloch für die Kaugummis in einer Höhe, die für Jugendliche gut zu erreichen ist. Kosten pro Stück: rund 400 Euro.

„So etwas muss es doch schon irgendwo anders geben“, bemerken jetzt wieder die Skeptiker. „In dieser Form noch nicht“, sagt dazu der Osnabrücker Patentanwalt Andreas Lenzing, der für Martin Nobbe beim Deutschen Patent- und Markenamt München einen Antrag auf Erteilung eines Patents gestellt hat. Mit diesem Antrag sei die Erfindung gesichert, bis zur Erteilung eines Patents könnten freilich noch zwei bis drei Jahre vergehen.

So lange brauchen mögliche Auftraggeber natürlich nicht zu warten. Martin Nobbe hat bereits für ein namhaftes Schnellrestaurant die erste „Parkuhr“ bauen lassen – als Pilotprojekt, „da können noch einige mehr folgen“.

Erschienen auf: Neue Osnabrücker Zeitung - Neue OZ online: Startseite (http://www.neue-oz.de)

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