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Thomas Moos
20.02.2009, 19:36
Erfindung gesucht: Wasserpest bedroht die Badesaison

Donnerstag, 19. Februar 2009, 11:12 Uhr
Nur noch wenige Monate bis zur Badesaison, doch die Leipziger Seen sind dann eventuell nicht im Top-Zustand. Krautartige Pflanzen bedrohen das Badevergnügen. Passend zu dieser Problematik hat das Helmholtzzentrum für Umweltforschung einen bundesweiten Ideenwettberb ausgeschrieben, um der so genannten "Wasserpest" Herr zu werden.

Ein See mit Wasserpest (Foto: A. Heidemann)
Stellen Sie sich vor: Es ist Sommer und Sie wollen das perfekte Wetter an einer der zahlreichen Leipziger Bademöglichkeiten auskosten. Sie setzen einen Fuß ins Wasser. Doch was ist das? Statt Sand oder Kiesel ertasten Sie einen undurchdringlichen Wasserpflanzen-Teppich. Badevergnügen ade!

Fliegende Verbreitung
Während der Cospudener See bisher vom Spaßverderber mit dem lateinischen Namen "Elodea nuttallii" verschont blieb, ist die Goitzsche schon voll damit. Doch wie lange noch ist das Badevergnügen im "Cossi" krautfrei? Denn die "Wasserpest" verbreitet sich leicht und kann zum Beispiel schon durch Bruchstücke im Vogel-Gefieder ein Gewässer infizieren.

Neben eingeschränkten Bademöglichkeiten verweist das Helmholtzzentrum auch auf andere Probleme. So sei es auch für Boote schwierig, die Schlingpflanzen-Teppiche zu durchdringen. Außerdem könne sich durch das Absterben der "Wasserpest" im Herbst und Winter ein klares Gewässer zu einem trüben, algendominierten entwickeln. "Elodea nuttallii" ist also nicht nur für den Menschen, sondern auch für das gesamte Öko-System im wahrsten Sinne des Wortes die Pest.

Erfindung soll mähen und ernten
Mähboote existieren bereits. Leider sind diese bisher nicht so effektiv, wie sie sein könnten. Um die Entwicklung von effektiveren Vorrichtungen oder Verfahren für die Beseitigung der "Wasserpest" voranzutreiben, hat das Helmholtzzentrum für Umweltforschung diesbezüglich einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Kreative Köpfe erwartet nicht nur ein stattliches Preisgeld, sondern auch die Möglichkeit, sich in der Forschungslandschaft als Experte einen Namen zu machen.

Egal ist es dabei laut Veranstalter, wie der Teilnehmer die Umsetzung seiner Idee gestaltet. Erfindungen von speziellen Schneidevorrichtungen für Boote sind also ebenso erlaubt wie die Entwicklung von Konzepten für ein mähendes Unterwasserfahrzeug. Wichtig ist nur, dass die Maschine die abgetrennten Pflanzenteile auch einsammelt, also quasi erntet.

Verwertbarkeit noch unklar
Welchen Nutzen diese Ernte dann haben wird, darüber ist sich der Ausschreiber des Wettbewerbs zum gegenwärtigen Zeitpunkt selbst noch nicht im Klaren. Aber eventuell lässt sich die "Elodea" für Biogasanlagen effektiv einsetzen oder ist gar für eine kosmetische Verarbeitung nutzbar. Auch für den Ruf der "Wasserpest" könnte das nur vorteilhalft sein. Denn als Hautcreme oder Shampoo würde die unbeliebte Schlingpflanze sicher schnell vom Spaßverderber zum Sympathieträger. (ci)

Erschienen auf mephisto 97.6
Startseite (http://mephisto976.uni-leipzig.de)

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