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Mineralwasser
08.01.2009, 23:53
Hallo liebe Miterfinder!

Ich habe folgendes Problem:
Wenn ich hier die allgemeinen Tipps durchlese dann lese ich da oft von „vermarkten“, „selbst produzieren“, „Patent anmelden“ etc. aber meine Erfindung kommt wohl nicht ohne Großunternehmen aus.

Ich habe etwas erfunden mit dem sich bei heute üblichen Autos ungefähr 10 % Treibstoff einsparen ließe. (Natürlich würde es Geld kosten das neue Produkt zu entwickeln und die Fertigungsanlagen etwas umzugestalten aber am Ende wäre das Auto selbst nicht teurer herzustellen). Mein Problem ist jetzt, dass ich weder in der Lage bin einen Prototypen zu bauen noch dass ich irgendwie selbst vermarkten könnte oder so. Ich bin eher Denker und kein KFZ-Schrauber. Ich habe nur ein Konzept im Kopf, hab das auf alle erdenklichen Probleme die mir einfallen geprüft und bin mir sicher dass es funktionieren würde. Das ist aber nicht viel.
Um diese Sache umzusetzen bräuchte ich einen Partner, also eine Entwicklungsabteilung, Prüfstände, Labor, Messzyklen, Fertigungswerkstatt usw. einen großen Partner aus der Branche der das Konzept mit seiner Fachkompetenz umsetzen kann. Wenn ich versuchen würde das selbst in einem Fahrzeug umzusetzen wäre ich 3 Jahre älter und pleite und hätte erst nicht verkauft, es geht also nicht allein.

Meine Frage ist jetzt, wie ich mir einen Partner suche ohne dass der einfach mit dem Konzept weiter macht, mir keinen Cent gibt, behauptet mich nicht zu kennen und das dann alleine umsetzt nachdem ich die Idee preis gegeben habe. Wie ich mich absichere oder ob man das auf Vertrauensbasis macht. Prinzipiell bin ich nicht der Typ der Millionen erwartet, ich bin nicht mal auf das Geld angewiesen aber wenn die Idee umgesetzt würde hätte ich schon gern einen Lohn. Ich würde mich zwar auch für die Umwelt freuen, wenn CO2 eingespart wird (deshalb hab ich ursprünglich versucht das Problem zu lösen) aber das Gefühl vom Hersteller beschissen zu werden möchte ich mir ersparen ;). Und Geld schadet ja nie.

Ich könnte jetzt natürlich in den Entwicklungsabteilungen diverser KFZ-Hersteller anrufen, sagen was meine Erfindung kann und fragen ob Interesse an einem Ideen-Verkauf oder Zusammenarbeit besteht. Ich glaube sogar (sofern die Hersteller nicht intern schon die selbe Idee hatten) dass die Interesse hätten aber was mach ich dann?

Ich habe eine Recherche bei Google und Depatis gemacht und bisher diese Idee nirgends gefunden. Das heißt natürlich nicht dass die Hersteller nicht intern daran arbeiten aber aus meiner Sicht ist die Sache neu.

Was soll ich jetzt tun, Patent anmelden, Gebrauchsmuster, mit Anwalt reden oder einfach „auf Risiko“ Firmen ansprechen und versuchen sich soweit möglich abzusichern? Irgendwas sträubt sich in mir dagegen jetzt 5000 € in ein Patent zu investieren mit dem Risiko alles verlieren zu können und wertvolle Zeit zu verlieren. Ich tendiere dazu direkt auf die Hersteller zuzugehen, dann kann ich zwar meine Idee verlieren aber wenigstens kein Geld das ich schon besitze. ;)

Mal angenommen ein Hersteller zeigt Interesse und ich bekomme einen Gesprächstermin mit jemandem. Wie könnte ich mich wenigstens ein wenig absichern um nicht nur auf Vertrauen angewiesen zu sein? Zeugen mitbringen, Gespräch aufzeichnen usw. oder ist das alles Quatsch und juristisch nichts wert? Ich könnte auch bekannte Ansprechen die bei diversen Unternehmen arbeiten und so Kontakt herstellen aber ob das hilft?
Wenn ich mit Herstellern rede würde sich wenigstens zeigen ob das umsetzbar ist oder ob ich doch irgend ein Detail übersehen habe das einer Umsetzung im Weg steht. Ich kenne die Branche betriebswirtschaftlich nicht gut genug um das selbst abschätzen zu können. In sofern könnte ich mit einem Patent viel Geld in den Sand setzen.

Was meint ihr, Gibt es eine Chance irgendwie Geld aus der Idee zu machen ohne den langen und teuren Patent-Weg oder kann ich mir sicher sein keinen Cent zu sehen wenn ich ohne Schutzrechte auf Unternehmen zugehe?

Was haltet ihr von der Idee die finanziellen Wünsche so niedrig anzusetzen dass es für das Unternehmen billiger ist fair zu spielen anstatt zu prozessieren und eventuell negative Schlagzeilen zu machen? Wie gesagt, ich bin nicht gierig, aber niente ist mir auch zu wenig.

Grüße
Mineralwasser

Rainer
09.01.2009, 09:36
Wenn Du damit Geld verdienen willst, wirst Du um anwaltlichen Rat nicht drumherum kommen! Meine subjektive Meinung ist, dass am Markt viel versucht wird andere um ihre Ideen zu bringen. Manche scheuen auch nicht davor die angetragenen Ideen als ihre eigene auszugeben und den Ideengeber sogar, sollte er etwas anderes behaupten, einen Anwalt auf den Hals zu hetzen. Aus meiner Sicht hättest Du drei Möglichkeiten, bzw. diese drei Möglichkeiten würde ICH als die Beste ansehen.

1. Du gehst zu einem Fachanwalt - lässt Dich auch über die Vor- und Naschteile aufklären - und lässt eine Verschwiegenheitserklärung aufsetzen, inkl. möglichen Wettbewerbsverbot und lässt Dir das VOR dem Gespräch von Deinem Gesprächspartner unterschreiben.

Schwachstelle: Du müsstest zur Not beweisen, dass sich Dein Gesprächspartner nicht an diese Erklärung gehalten hat, was wohl so gut wie ausweglos sein könnte.

2. Du schreibst Deine Idee KOMPLETT mit ALLEN Einzelheiten und Zeichnungen auf ein Blatt Papier, steckst dieses Blatt Papier in ein Briefumschlag und schickst Dir diesen selber per Einschreiben mit Rückschein, ÖFFNEST DIESEN ABER NICHT!

3. Du besorgst Dir mal einen kostenlosen Informationstermin beim Patentanwalt, schreibst alles genau auf und nimmst das mit und fragst Ihn was eine Anmeldung Deiner Idee beim DPMA kosten würde und wie Du die Kosten mit Deiner Zuarbeit möglichst gering halten kannst sowie was er von dieser Idee hält – wäre schonmal ein erstes Indiz der Tauglichkeit Deiner Idee. Wenn Du die Beschreibung und die Zeichnungen Deiner Idee nämlich selber anfertigen kannst, kannst Du einiges an Geld sparen. Achte möglichst darauf, dass der Patentanwalt in dem dafür benötigten Bereich tätig ist! Nachdem Du die Anmeldung über einen Patentanwalt anfertigen und beim DPMA einreichen lassen würdest – ob eine Beschleunigungsgebühr in Deinem Fall richtig wäre müsstest Du für Dich klären -, hättest Du etwa 6 - 9 Monate Zeit um mit einigen Herstellern ins Gespräch zu gehen und das markttechnische Potenzial für Dich selber bei diesen Gesprächen abzuwägen.

Wichtig, um Kosten einzudämmen, wäre auch, für Dich zu Wissen, ob es sich um ein Verfahren oder um ein Baustück ( Gegenstand ) handelt. Eine Gebrauchsmusteranmeldung ist wesentlich günstiger als eine Patentanmeldung – ohne darauf jetzt näher einzugehen. Vielleicht wäre es auch möglich, dass Du ein Gebrauchsmuster anmeldest und später, innerhalb der Prioritätsfrist von 12 Monaten ab regulären Antragseingang beim DPMA, solltest Du Interessenten finden die einsteigen wollen, eine Patentanmeldung nachreichst.

Bis also der erste Prüfbericht einer Patentanmeldung seitens des DPMA eintrifft und dieser bearbeitet werden müsste, was wiederum Kosten verursachen kann, hättest Du genügend Zeit den Markt abzuklopfen und Partner für die Realisierung zu finden. Findest Du einen wird dieser möglicherweise die Kosten für weitere Anmeldungen im Ausland übernehmen, zumindest wenn das Potenzial wirklich da ist.

Letztendlich wirst Du wohl nicht drumherum kommen etwas Geld zu investieren. Notfalls würde ich vielleicht auch die Kombination von Punkt 1 und 2 in Erwägung ziehen aber mein Favorit ist eindeutig Punkt 3! Vertrauen ist natürlich immer gut, verabschiede Dich aber von dem Gedanken, dass alle Menschen wie vielleicht Du sind und es ehrlich mit einem meinen! Wenn es ums Geld verdienen geht vergessen einige Menschen ihre gute Stube, wenn sie die teilweise überhaupt mal hatten.

Mineralwasser
10.01.2009, 14:29
Hallo Rainer,

danke für die ausführlichen Informationen! Du hast schon recht, es wird wohl nicht ohne eine gewisse Beratung funktionieren. Wie bekomme ich denn so eine kostenlose Information beim Patentanwalt, ist das in der Branche üblich, machen das die meisten?

Was denkst du denn über das provisorische Patent, das ihr hier im Forum verlinkt habt:
http://www.erfindermarkt.de/forum/showthread.php?t=15

Das wäre relativ günstig zu haben und müsste doch auch nicht perfekt ausformuliert sein. Es würde mir zumindest ein Anmeldedatum sichern. Ich denke grade darüber nach solch ein provisorisches Patent anzumelden und dann auf die Firmen zuzugehen. Entweder man setzt die Patentierung dann gemeinsam bei der EU fort oder eben nicht aber einen ersten Schutz müsste das doch gewähren. Wenn ich es richtig verstanden habe kann später keiner die Idee von einer Firma zum Patent anmelden weil das Datum meiner provisorischen Patentanmeldung gilt?

Viele Grüße
Mineralwasser

Rainer
10.01.2009, 18:47
Bitteschön ;)

Ich weiss nicht wie weit Du die Beiträge in diesem Forum kennst, ich selber bin davon kein Freund! Meiner Meinung nach ist eine deratige Anmeldung das Selbe wie ein normale Anmeldung, zumindest was den Inhalt angeht. Machst Du da Fehler bei der Anmeldung kann Dir meiner Meinung nach kein Anwalt mehr helfen das geradezubügeln! Man sollte vielleicht nicht immer nur an die Ausgaben denken, die sicherlich viele davon abhält Ideen beim DPMA einzureichen, sondern auch von dem Nutzen einer fachgerechten Anmeldung. Für einen Prioritätstag reicht es sicherlich allemale, wenn Sie denn die Idee bis ins kleinste Detail beschreibt und einem Fachanwalt, der dann bei Bedarf eine professionelle Anmeldung innerhalb der Prioritätszeit nachschieben und damit dann die letzten Lücken schließen kann. Wer sich diesen Gefahren bewusst ist und zumindest schon einige Patentanmeldungen gelesen und verstanden hat – ich meine den Aufbau -, für dem ist es möglicherweise eine kostengünstige vorübergehende Möglichkeit, vorerst einen Kostengünstigen Prioritätstag zu erlangen.

Am besten sprichst Du darüber mal bei der Erfinderberatung vor oder machst ein unverbindlichen Termin bei einem Patentanwalt, zu einem kostenlosen Informationsgespräch. Diese werden von vielen Patentanwälten angeboten. Arbeite Deine Sache so gut Du kannst aus und frage ihn, ob er im Bedarfsfall mit Deiner ( provisorischen ) Ausarbeitung eine professionelle Anmeldung ausarbeiten kann oder ob er darin Probleme sieht – die Idee kannst Du ihm zu diesem Termin auch schon sagen – und was der „Spaß“ dann kosten würde ;)

Also so würde ICH es machen!

Mineralwasser
12.01.2009, 16:03
Hallo Rainer,

ich werd mal mit der Erfinderberatung sprechen, hab jetzt ein paar Adressen hier.
Ich sehe natürlich auch die Chancen die in einer professionellen Patentierung liegen mein Problem ist nicht, dass ich das Geld nicht investieren könnte, mein Problem ist dass ich das Risiko bzw die Chance nicht einschätzen kann. Ich hoffe die Leute bei der Erfinderberatung können das ein wenig realistischer einschätzen.

Muss ich mit denen auch einen Geheimhaltungsvertrag machen oder ist das in dem Fall standard wie die Schweigepflicht beim Arzt?

Gruß
Mineralwasser

Rainer
12.01.2009, 18:15
Jeder Patentierung bzw. jeder Antrag zur Patentierung birgt gewisse Risiken! Entweder man schlägt daraus Kapital oder auch nicht. Allerdings sollte man sich vorher schon Gedanken machen was auf einem zukommt, gerade dann, wenn es tatsächlich zur Patentierung kommt. Vielleicht wäre es vorteilhaft sich schon einmal darüber Gedanken zu machen was nach der Abgabe des Antrages als nächste Schritte zu tun wären. Zeit sich darüber erst nach der Antragsabgabe zu machen hat man i.d.R. nicht, die Prioritätszeit von 12 Monaten vergeht schneller als man denkt! Also, vielleicht wäre eine geplante Strategie von Vorteil, also die nächsten zwei oder vier Schritte die nötig wären um seine Ziele zu erreichen, bevor der Antrag beim DPMA landet ;)

Ein Patentanwalt ist zur Verschwiegenheit verpflichtet! Du kannst ihm ruhig alles erzählen und Dir erste Informationen einholen! Mir ist bisher zumindest noch kein Fall bekannt geworden, wo ein PA „gequatscht“ hat wo er nicht „quatschen“ sollte! Aber 100%ige Sicherheit hast Du nirgends, nicht mal bei einer Verschwiegenheitserklärung ;)

Michael Over
17.03.2009, 22:47
Um diese Sache umzusetzen bräuchte ich einen Partner, also eine Entwicklungsabteilung, Prüfstände, Labor, Messzyklen, Fertigungswerkstatt usw. einen großen Partner aus der Branche der das Konzept mit seiner Fachkompetenz umsetzen kann.

Hallo Mineralwasser,

ich hoffe Sie konnten den Schutz Ihres Gedankengutes zwischenzeitlich bestmöglich sicherstellen.

Haben Sie auch schon den oben erwähnten Partner gefunden?

Wenn noch nicht würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen. Je nachdem welchen Fahrzeugteil Ihre Erfindung betrifft, können wir Ihnen (wenn es nicht völlig exotisch ist) die Entwickler/Konstrukteure, die Fertigung und etwaig eine Mit-/Vorfinanzierung bieten. Möglicherweise ist zB. der Motor (Antriebsstrang) Ziel Ihrer Optimierung und wir haben langjährig bestehende Lieferbeziehungen zu zwei Unternehmen der Motorenentwicklung hier in Aachen - Sie erwähnen Prüfstände, Labor und Messzyklen - wir arbeiten mit diesen fast ausschließlich im Prototypen-/Entwicklungsbereich.

Ob wir IHR Partner sind, können wir - Ihr Interesse vorausgesetzt - am besten im direkten persönlichen Kontakt besprechen.

Kontaktdaten finden Sie auf unserer Homepage bzw. bitte PN schicken.

Beste Grüße

Michael Over